Pädagogische Hochschule

Woran kann Musikunterricht scheitern?

Einige Hinweise:

Zuviel Schülerorientierung

 

Zuwenig Schülerorientierung

siehe: Christoph Richter; Der Musikunterricht gehört den Schülern (in der Mediothek)

schlechter Umgang mit Heterogenität

 

wenig echte Lernzeit

“planen” oder wenigstens überlegen, wer was wann macht, um “Leerzeiten” zu verhindern, Aufgaben selber einmal lösen

Unklare Ziele

Ziele nicht zu erreichen ist nicht schlimm – Ziele als Schüler nicht zu kennen ist meistens ineffizient, Ziele als Lehrer nicht genau zu kennen, ist nicht erlaubt!

Einzelne Schüler, die stören

Früh und konsequent (nicht agressiv) reagieren; immer (möglichst sinnvolle) Sonderaufgaben bereithalten

Zu niederige Ansprüche der Lehrperson

z.B. Mango: “notiert diese Melodie”
Kinder/Jugendliche können oft mehr als wir denken!

Zu hohe Ansprüche der Lehrperson

Ein Dirigent sagte: “Es nützt mir und der Musik nichts, wenn ich Mozart liebe – ich muss mein Orchester lieben!”
Leistungsfähigkeit der Klasse richtig einschätzen, Leistung fordern, Wege suchen die Ziele zu erreichen und sich ehrlich freuen über relative Erfolge.

Gruppendynamik in der Klasse

 

Handlungsorientierung ohne klare Spielregeln

 

“Flucht” des Lehrers in die Theorie

 

mangelnde Wertschätzung von Schülerleistungen durch den Lehrer

 

undifferenzierte/unprofessionelle Feedbacks des Lehreres

 

schlechte Rhythmisierung des Unterrichts

 

unseriöse Vorbereitung

z.B.: fehlende Unterlagen; suchen von Klangbeispielen oder Videoausschnitten; einfach noch etwas singen; ein Lied, eine Begleitung nicht können

fehlende Reflexion des Unterrichts

 

unbedingtes Durchziehen der Planung

Unterrichtsplanung ist eine wichtige geistige Übung. Sie soll den realen Unterricht nicht behindern, sondern frei machen für effizenten Unterricht mit dieser Klasse in der realen Situation.

immer dieselben Methoden (z.b. beim Lieder lernen)

zuerst die Melodie summen zur Klavierbegleitung, danach den Text im Rhythmus sprechen und zum Schluss das ganze Lied zusammensetzen

immer andere Methoden (z.b. beim Lieder lernen)

Erlernen eines Liedes: Melodie des Liedes auf dem Klavier spielen, SuS schliessen die Augen und hören zu. Danach Lied beschreiben (z.B. Tonumfang, Charakter, Dur/Moll). Üben der Melodie in Gruppen am Xylophon, anschliessend zusammen spielen. Liedtext betrachten: Bedeutung des Textes? Hintergrund des Liedes? Zum Schluss: gemeinsames Musizieren: einige singen das Lied, andere spielen mit am Xylophon.

zu lautes Begleiten (z.B. auf dem Klavier)

 

mangelhafter, unsachgemässer Einbezug von Medien (DVD,Playback,etc.)

- während laufendem Musikbeispiel Hör-Anweisungen geben.
- Lösungen (z.B. nach Musikinstrumenten-Quiz) besprechen, ohne das Musikbeispiel nochmals (evtl. mehrmals) anzuhören

unverhältnissmässige Reaktion der LP auf Schülerverhalten

Bei einem Regelverstoss eines Schülers keine oder zu harte Massnahmen

Lehrer spricht zu viel

wieder einmal eine konsequent nonverbale Sequenz einbauen

Schwatzende Sch. beim Singen

Ein Lied wird konsequent unterbrochen, wenn gesprochen wird und neu angefangen. Jedoch nur möglich bei Klassen, die gerne singen.

Eine grundsätzlich negative Einstellung den Lernenden gegenüber

 

Mangelnde Fachkompetenz der Lehrperson

Defizite bei den musikalischen Fähigkeiten sind hier verherender als mangelndes musiktheoretisches Wissen

unechte Fragen / zu viele Fragen

die Fragestellung gehört zur Vorbereitung. Was, will ich wissen? W- Fragen können nicht nur mit Ja oder Nein beantwortet werden, ruhig bestimmt auftreten und nicht immer nachfragen

Erscheinungsbild der Lehrkraft kann Schüleraufmerksamkeit stören!(schmuddelig, sexy …)

 

Aussprache der Lehrkraft (undeutlich, “nass”, Mundgeruch)

Schülerschaft reagiert extrem empfindlich. Nach Kaffee- und Nikotinpause hilft Fishermensfriend :-)

Zeitmanagement

nicht an Planung klammern, wenn etwas mehr/weniger Zeit braucht, flexibel auf Situation eingehen

Grösse der Klasse / Gruppen

MU mit kleinen Klassen muss anders vorbereitet werden als mit grossen

Gruppendynamik

Kenne ich als Musiklehrperson die Klasse gut genug, z.B.:
- um sinnvolle Gruppen einzuteilen? Variante “Zufall” funktioniert nicht immer
- um adäquat auf Schüleräusserungen zu reagieren
- um die Dynamik der Klasse positiv zu beeinflussen

LP ist verkrampft und versteht keinen Humor

Gelingt es, kritische Situationen zu klären, ohne gleich zu drohen etc.