Pädagogische Hochschule

MA Vertiefung Schulfach Musik

Fachwissenschaft

FW2.1 -  Neues aus der Klangwerkstatt: Mit analog-digitalen Mitteln zu neuen Instrumenten für die klangliche Bildung

 

In diesem Modul setzen sich die Studierenden auf explorative und "essayistische" Weise mit Methoden, Werkzeugen und Prozessen der klanglichen und musikalischen Gestaltung am Beispiel von selbst hergestellten Prototypen von Klangerzeugern auseinander. Analoge und digitale, materielle und elektronische Werkzeuge und Mittel werden eingesetzt und miteinander verbunden. Dabei wird auch die Beziehung zwischen Klang und anderen Medien (Licht, Farbe, Material, Bewegung…) thematisiert.

Die so gemachten Erfahrungen in neuen Bereichen der musikalischen und klanglichen Gestaltung ermöglichen es, eigene Projekte zu entwickeln, mit denen neue Zugänge zu musikalischer Bildung ermöglicht werden. Die Auseinandersetzung mit scheinbar "fremden" Praktiken und Prozessen ermöglicht den Austausch zwischen musikalischen, technischen und künstlerischen Kompetenzen und unterstützt die Studierenden bei der Durchführung von interdisziplinären Kooperationen. Das Modul ergänzt somit das Modul FWMU23, in welchem der Schwerpunkt auf der Vertiefung eines bestimmten Teilaspektes oder einer bestimmten musikalisch-künstlerischen Fertigkeit oder Methode liegt.

Die dabei entstandenen Produkte und Produktionen werden im Rahmen einer Abschlussveranstaltung präsentiert. Dabei werden auch die gemachten Erfahrungen und Erkenntnisse thematisiert und diskutiert. 

 

 

FW2.2 - Mehrperspektivität ästhetischer Phänomene in den Künsten und im Alltag

Im Rahmen dieses Moduls, das als Blockwoche in einer europäischen Stadt abgehalten wird, bearbeiten die Studierenden Inhalte, Themen und Fragestellungen mehrperspektivisch und im Hinblick auf inter- und transdisziplinäre Bezüge. Anhand eines übergreifenden Themas und mit direktem Bezug auf das spezifische Umfeld erfolgt eine Auseinandersetzung mit aktuellen Arbeitsformen und Werken aus Musik, Darstellender und Bildender Kunst, Architektur sowie Design. Die Exkursion ist als kleine "tour d'horizon" konzipiert, in welcher unterschiedliche Orte kreativen Schaffens und Präsentierens besucht werden, z.B. ein Theater, ein Konzerthaus, ein Filmstudio, ein Museum, ein Tonstudio, eine Gameschmiede, ein Kunstatelier oder eine Marketingagentur. Bei diesen Besuchen werden sowohl kreative Prozesse, medial-ästhetische Wirkungen wie auch Bezüge zu gesellschaftlichen und persönlichen Fragestellungen thematisiert.

 

Ausgehend von individuellen Erfahrungen und vielfältigen Begegnungen werden eigene Fragestellungen zu bestimmten multi- oder intermedialen Produkten – z.B. ein Film, ein Game, eine Ausstellung, eine Performance, eine Interaktionsumgebung, ein (interaktiver) Gebrauchsgegenstand – und den damit verbundenen ästhetischen Erfahrungen entwickelt und mit künstlerischen Mitteln erforscht; weiters werden die Wirkweisen und Interaktionen der Sinnesmodalitäten sowie die unterschiedlichen analytischen Zugänge der Disziplinen mehrperspektivisch untersucht. Die Studierenden erhalten in dieser Arbeit, die regelmässig dokumentiert und im Frühlingssemester präsentiert wird, unter anderem auch konkrete Rückmeldungen durch erfahrene Mentoren (Musiker, Designer, Künstler).

 

Die Teams werden in dieser Arbeit durch erfahrene Mentoren (Musiker, Designer, Künstler) betreut. Jedes Gruppenmitglied hat zudem eine Betreuungsperson aus dem eigenen Masterfach, mit welcher sie die Projektschritte, die eigenen Überlegungen sowie fachliche Fragen regelmässig bespricht. Die Untersuchungen und Dokumentationen werden in Blogform online öffentlich zur Verfügung gestellt.

 

FW2.3 - Vertiefung interdisziplinärer und künstlerisch-musikalischer Denk- und Handlungsweisen

Die Studierenden erarbeiten in diesem Modul ein Projekt und ein künstlerisch-musikalisches Produkt, welches aus interdisziplinärer Perspektive im eigenen Fach verortet ist. Der Schwerpunkt des Moduls liegt auf der vertiefenden Auseinandersetzung mit ausgewählten gestalterisch-künstlerischen Positionen, Methoden, Werkzeugen und Prozessen und ihren Bezügen zur musikalischen Bildung. Ebenso werden Schnittstellen zu anderen Fächern, insbesondere der Studierenden, thematisiert. Dies ermöglicht es ihnen, ihr Profil zu schärfen, ihre Stärken auszubauen und sich so in interdisziplinären Projekten zu verorten. Das Modul ergänzt somit das Modul FWMU21, in welchem der Schwerpunkt auf die Exploration verschiedener neuer und unbekannter Methoden und Fertigkeiten liegt. 

 

Nach einer gemeinsamen Positionierungs- und Projektdefinitionsphase setzen die Studierenden eine interdisziplinär orientierte Arbeit in einem Projektsetting iterativ um. Dies kann in Form von musikalischen Inszenierungen, Installationen, Objekten, Performances, audiovisueller Produktionen oder Games, etc., geschehen. Dabei können auch die jeweiligen fachspezifischen Kompetenzen der Studierenden in die Projekte einfliessen.  Im Verlauf der Projektarbeit werden mit den Studierenden die jeweiligen theoretischen Bezüge hergestellt und vertieft. Inputs von externen Experten nach Bedarf unterstützen die Studierenden dabei.  

 

Die dabei entstandenen Produkte und Produktionen werden im Rahmen einer Abschlussveranstaltung präsentiert. Dabei werden auch die gemachten Erfahrungen und Erkenntnisse thematisiert und diskutiert.

 

 

 

Fachdidaktik

 

FD2.1 -  Planung und Management einer internationalen Studienwoche zu Friedenstheorie und Musikpraxis

Projekt- und Studienwochen sind eine besondere Chance im pädagogischen Prozess, als Forschungs- und Bildungsort für Lernende und Lehrende, aber auch als wichtiges Element der Schul- und Bildungskultur. Thematisch fokussiertes Arbeiten in konzentrierter Zeit und in Zusammenarbeit von mehreren Parteien und Entscheidungsträgern auf ein gemeinsames Ziel hin ermöglicht andere Lehr- und Lernformen als der übliche Stundenplan. Dabei stellen sich Herausforderungen auf konzeptioneller, organisatorischer und kommunikativer Ebene.

 

In diesem Modul werden zu Beginn eine bereits durchgeführte Blockwoche zum Thema «Globales Lernen und Sound Education» sowie der Leitfaden SABONA im Sinn einer Fallstudie und im Hinblick auf Fragen des Projektmanagements analysiert. Im Anschluss wird, in Zusammenarbeit mit dem bekannten Galtung-Institut für Friedenstheorie und Friedenspraxis, eine konkrete internationale Studienwoche zu «Conflict Literacy und Peace Practice» geplant und vorbereitet. 

Die Studierenden untersuchen die Rolle von Klang/Musik sowie Bewegung/Tanz in der Verbindung mit anderen Sparten und in Bezug auf das schulische Setting. Einzelne Aspekte werden erprobt, Chancen und Grenzen diskutiert und daraus konkrete musikalische Zugänge zu den zentralen Aspekten der Konflikttransformation und friedvollen Zusammenlebens entwickelt. 

 

Aus der musikpädagogischen Perspektive heraus setzen sich die Teilnehmenden mit Möglichkeiten und Herausforderungen musikalischen Handelns im Rahmen interdisziplinärer Projekte an Schulen und in der Zusammenarbeit mit externen Kooperationspartnern auseinander. Gleichzeitig werden im Rahmen des Moduls grundlegende Kompetenzen im Bereich Projektmanagement erworben und im Bildungskontext angewandt und die daraus gewonnenen fachdidaktischen Erkenntnisse für andere zugänglich gemacht. Ein weiteres Ziel des Moduls ist es, mit derartigen Modellen Systeme, Organisationen und Settings von Schule und Unterricht zu befragen und weiterzuentwickeln. Dabei werden eigene Zielsetzungen und Strategien zur Aufgleisung und Durchführung von musischen Projekten mit Bezügen zu Design und Kunst an Schulen entwickelt.

 

 

FD2.2 -  Mit Technik die Welt Gestalten: Technik als Mittel der interdisziplinären Vermittlung in der Musik

Technologie ist in der Gesellschaft und gerade auch in den musikalisch-gestalterischen Bereichen von zentraler Bedeutung und ist nicht selten ein Treiber für die Integration von genrefremden Medien und Inhalten. Auch für den Transfer ästhetischer Mittel in der Musik(pädagogik), aber auch für Idee universaler Bildung wird Technik gerade im 21. Jahrhundert (wieder) besonders relevant.  

Dieses Modul wird in Kooperation mit den Professuren für Naturwissenschaftsdidaktik, Gesundheit & Hauswirtschaft, Kunst und Design durchgeführt. In der Lehrveranstaltung erfolgt eine Auseinandersetzung und konkrete Anwendung fachspezifischer, fachdidaktischer und interdisziplinärer Konzepte von Technologie und ihrer Rolle in der Musik. Insbesondere werden Möglichkeiten der technischen Allgemeinbildung durch musikalische Aktivitäten thematisiert. Die Studierenden lernen den durch Technik ermöglichten Spiel-, Lern- und Gestaltungsraum kennen, der auch durch den Einsatz und die Interaktion vielfältiger facheigener und -fremder Medien und Werkzeuge entsteht.   

 

In der Blockwoche erfolgt in disziplinären und interdisziplinären Gruppen eine theoretische und praktische Auseinandersetzung mit fachspezifischen und fachdidaktischen Konzepten der Technischen Bildung. Diese werden im Rahmen einer Unterrichtsplanung oder der Planung von Unterrichtsprojekten mit Technikbezug in der Musikpädagogik aufgegriffen. 

 

Durch die Konzeption und Planung von Ferien-Tageslagern für Jugendliche wird die Fähigkeit entwickelt, mit der Diversität der Mittel umgehen zu lernen, Möglichkeiten des Einsatzes auszuprobieren und eigene didaktische Formate zu kreieren, die auf innovative Art und Weise Verbindungen zwischen den Fächern ermöglichen und sich verschiedener Medien und Technologien in einem interaktiven Prozess bedienen. Die Konzepte und Planungen werden zur Diskussion gestellt, analysiert und weitergedacht und machen die Relevanz aber auch die Herausforderungen von Technik und Interdisziplinarität erlebbar und einsichtig.

 

FD2.3 - Ästhetische Bildungsprozesse im Fach- und fächerverbindenden Unterricht

Ästhetische Erfahrungen lösen Veränderungen und Bildungsprozesse im Individuum aus. Den Künsten als Schauplatz von Bildung kommt eine besondere Rolle zu: Sie initiieren Bildungsprozesse ausgehend von sinnlichen Erfahrungen; gleichzeitig halten sie Werkzeuge zur Vermittlung von Bildungsprozessen bereit, die auch in anderen Kontexten zur Anwendung kommen können. Wie kann die Wahrnehmung geschult werden und welche Rolle spielt der Leib? Worin liegt die Qualität künstlerischer Mittel? Worin besteht der Mehrwert künstlerischen Lernens in Bezug auf andere Fächer und wie ist das Fach Musik in diesen Fragen zu verorten?

 

In diesem Modul werden der Begriff Ästhetik und die Idee einer Ästhetischen Bildung in ihrer historischen Entwicklung, ihren Ansprüchen und ihrer terminologischen wie praktischen Problematik diskutiert, um anschliessend die Eigenheiten ästhetischer Bildungsprozesse in- und ausserhalb der Kunst zu reflektieren. Ausgehend von bestehenden philosophischen, pädagogischen und künstlerischen Konzepten werden ganzheitliche Lernzugänge und Settings, deren Kern in der Idee von Bildung und Erkenntnisgewinn durch leibliche, ästhetische, handlungsorientierte, transversale Prozesse besteht, anhand unterschiedlicher Methoden beforscht, entwickelt und befragt. Zum Verständnis dieses Ansatzes tragen Eigenerfahrungen, z.B. durch Exkursionen oder experimentelle Arbeitsformen, bei.

 

Die Studierenden fokussieren in diesem Modul auf die Sinnlichkeit der Erkenntnis in Lehr-/ Lernprozessen aus didaktisch-methodischer Perspektive und lernen Möglichkeiten der Inszenierung polyästhetischer Settings kennen. Ziel ist, das Potential multisensorischer Lernorte zu erfassen und ästhetische Zugänge auf andere Fächer übertragen zu können. Die Entwicklung konkreter interdisziplinärer pädagogischer Aktivitäten zielt auf Erleben und Ausprobieren, Beobachtung und Forschung, Reflexion und Adaption ab. Dabei ist auch die Thematik eines adäquaten Assessments und einer sinnvollen Beurteilungskultur im interdisziplinären und musisch-gestalterischen Kontext zentral. 

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