Startseite

Musikunterricht im interdisziplinären und fächerübergreifenden Dialog

 

Ein zentraler Schwerpunkt meiner Arbeit als Lehrer, Autor und Forscher ist der interdisziplinäre und fächerübergreifende Unterricht und die damit verbundenen Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten.
Die interdisziplinäre Ausrichtung scheint mir insbesondere für Studiengangsleitungen, Dozierende, Lehrpersonen und Studierende der Sekundarstufe I von grossem Interesse. Forschungsgestützte Zugänge zum Kompetenzaufbau in mehreren Fächern sollten Lehre, Studium und Unterricht leiten.

 

Ein zentrales Projekt in diesem Zusammenhang war das Europäisch finanzierte „European Music Portfolio“ (EMP). Das erstes Projekt in diesem Kontext, EMP-Languages, konzentrierte sich auf die Verbindung von Musik und Sprachlernen.

Zusammen mit dem Folgeprojekt EMP-Maths, welches mit sieben europäischen Partnerinstitutionen entwickelt wurde, konnte ein umfassendes Weiterbildungsangebot zur Verbindung der Fächer Mathematik und Musik für europäische und schweizerische Lehrkräfte geschaffen werden.  Ausserdem wurde eine europäische Austauschplattform geschaffen, auf welcher Fachpersonen an der theoretischen Fundierung und praktischer Gestaltung des fächerübergreifenden Unterrichtens arbeiten können. Aktuell sind an der UAB Barcelona, der University of the Aegean und der LAUREA-Universität in Finnland Bestrebungen im Gang, weitere Entwicklungsprojekte unter dem Schirm von EMP und EU zu lancieren.

 

Ein weiteres, exemplarisches Projekt welches ich in diesem Zusammenhang an meinem Lehrstuhl an der FHNW gemiensam mit Gabriele Noppeney lancieren konnte ist "CLIL-Music". Im Rahmen des Forschungsschwerpunktes «Aufgabenkulturen» des Institutes Sekundarstufe setzt sich dieses Projekt die Entwicklung von CLIL-Musikmodulen zum Ziel, welche durch eine Fremdsprache das Lernen im Fach Musik fördern. 

 

Im Kontext des Themenbereiches Interdisziplinarität und fächerübergreifender Unterricht wird auch Entwicklungsarbeit im Bereich Lehr- und Lernmittel geleistet. Ein Beispiel hierfür ist das multisensorische Lehr-Lernmittel "creafon®" welches in Zusammenarbeit mit Dr. Daniel Hug und in Kooperation mit den Hochschulen für Technik und Gestaltung der FHNW weiterentwickelt wurde (Projekt "CreaEduTool"). Dabei handelt es sich um eine Sammlung von farbigen Plättchen die mit unterschiedlichen Rillenmustern versehen sind. Das Design der Plättchen ermöglicht einen haptischen, auditiven und visuellen Zugang zu unterschiedlichen Lehr- und Lernaktivitäten. Das Produkt wurde mangels Industriepartner im Anschluss nicht zur Marktreife geführt. 

 

Eine wichtige Rolle in der Entwicklung und Dissemination von Unterrichtsaktivitäten, aber auch in Bezug auf den Fachdiskurs und die Theoriebildung, nimmt die Plattform "Music&Life", respektive "Musik & Mensch", eine Kooperation der Professur Musikpädagogik der PH FHNW und Dr. Hubert Gruber von der PH Niederösterreich, ein. Ihr Ziel ist es, vielfältige Formen eines integrativen Denkens und Handels in Verbindung mit Musik zu entwickeln und zu erforschen. Auf dieser Dialogplattform werden die Referate, Gespräche und Konzerte der gleichnamigen Konzert- und Kolloquiumsreihe dokumentiert und für die Verwendung im Unterricht aufbereitet und integrative Zugänge diskutiert, erprobt und weiterentwickelt. 

 

Um die Interdisziplinarität und das transversale Lernen zu fördern, habe ich zwei internationalen Körperschaften ins Leben gerufen.

Die Special Interest Group «PRIME»  der International Society for Music Education ISME entstand 2006 zuerst als Forum interessierter Persönlichkeiten aus aller Welt. Später entstand daraus das SIG PRIME Netzwerkes, welches aktuell circa 250 Forscher*innen und Praktiker*innen aus aller Welt umfasst. Eine Steering-Group koordiniert die entsprechenden Aktivitäten an Tagungen auf nationaler und internationaler Ebene und im Rahmen von Publikationen und Projekten mit inhaltlichem Bezug zu PRIME. Die Koordinationsaufgaben werden im Verlauf 2020 weitergereicht.

Die Cloud 9 der European Association for Practitioner Research on Improving Learning (EAPRIL) wurde 2015 gemiensam mit Dr. Kaarina Marjannen (LAUREA Finland) ins Leben gerufen. Diese Interessensgruppe trägt den Titel Sounds & Arts in Transversal Learning und hat das Ziel, transversales Lernen insbesondere im Hinblick auf Interaktionen zwischen Musik und künstlerisch-gestalterische Disziplinen zu fördern. Hauptthemen sind dabei die Rolle der sinnlichen Erfahrung im Lernen, Klang als Möglichkeit, unsere Umwelt zu verstehen und mitzugestalten, pädagogische Innovationen im Hinblick auf ästhetisches Erleben und künstlerischen Ausdruck und die Entwicklung und Anwendung von Forschungsmethoden, die insbesondere im Kontext der ästhetischen Erfahrung in Lernprozessen geeignet sind. Koordiniert wird dieses Netzwerk zurzeit von Dr. Kaarina Marjannen (LAUREA Finland)  und Dr. Hubert Gruber (PH Niederösterreich​)

 

2018 erschien mit Integrated Music Education - Challenges of Teaching and Teacher Training e​in erste Grundlagenwerk tur Philosophie einer 'Integrated Music Education': 

Markus Cslovjecsek, Madeleine Zulauf (eds.) (2018). Integrated Music Education - Challenges of Teaching and Teacher Training. Peter Lang Publishers, Bern. 418 pp., 29 fig. b/w, 2 tables

MOUSIKÆ PAIDEIA Music and Education/Musik und Bildung/Musique et Pédagogie. Vol. 1 pb.

ISBN 978-3-0343-0388-0 https://www.peterlang.com/view/product/44087