Pädagogische Hochschule

"All In Jam 2.0": Ein Bericht zur Jam-Session vom 13. November 2018 im Ackermannshof in Basel

All In Jam 2.0 – Die Reise geht weiter

 

„Das nennt man wohl Flowso endet der Bericht zur zweiten „All In Jam“ vom vergangenen Mai. In dieses Fliessen sind auch bei der dritten Ausgabe am 13.11. – wie gewohnt in der Druckereihalle des Ackermannshofes in Basel – Menschen aus unterschiedlichen Lebenskontexten eingestiegen. Als „Fährmann“ durften wir wieder Andreas Gerber, Musiker, Rhythmus- und Improvisationslehrer, der auch diesmal einen Teil seines faszinierenden Instrumentariums aus dem „Atelier für Körpermusik“ in Liestal im Gepäck hatte, begrüssen. „Was werden wir hier machen? Freie Impro?“, fragt eine Teilnehmerin vor der Veranstaltung mit vorsichtiger Neugier. „Was ist frei?“, spielt Andreas Gerber den Ball sofort zurück und gibt sich selbst, laut nachdenkend eine Art Antwort: „Ja… man kann hier frei geben“. Die musikalischen (Hin-)Gaben stammen diesmal von einer kleinen, feinen Runde. Kann man in der Erinnerung an Mai von einem „Orchester“ sprechen, so handelt es sich analog dazu bei der dritten Jam Session um ein „Kammermusik-Ensemble“ (A. G.). „Man hört vier vernünftige Leute sich unterhalten (...)“, meinte Goethe einmal über das Streichquartett – und mit der „Vernunft“ rekurriert er auf das gleichberechtigte zu Wort Kommen, auf die Individualität und Relevanz jedes Einzelnen und die Homogenität im gemeinsamen Tun. Ob der klanglichen Transparenz werden die sechs musikalischen Gesprächspartner des Abends – auf unterschiedlichen Instrumenten wie dem Kornett und der afrikanischen Ngoni, dem Cajon und der Melodika, dem Akkordeon und der Stimme, dem Klavier oder der chinesischen Erhu – besonders gut hörbar. Der Auftrag, bei der Improvisation darauf zu achten, das eigene Musizieren mit dem Innen und dem Aussen zu verbinden, ist kein Kinderspiel. Gleiches gilt für die Haltung einer Nicht-Existenz von (musikalischen) Fehlern – ergo das eigene Abweichen nicht zu werten, sondern kreativ in den Prozess einzubeziehen. Und jedes Mal ist es wieder ein Wunder, wie es gelingt, dass Menschen, die sich nicht kennen und mit vollkommen unterschiedlichen Voraussetzungen zusammenkommen, gemeinsam klanglich, rhythmisch Fäden spinnen, schöpferisch Neuland erkunden, im Moment etwas riskieren und ein musikalisches „Album“ (Zitat eines Teilnehmers) entstehen lassen. Dem achtsamen (Beg-)Leiter des Abends sei dafür Dank gesagt.

 

Teresa Leonhard - ISEK
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