Pädagogische Hochschule

Unterrichtsentwicklung, Lehrmittel und Lernumgebungen

Unter diesen Aktivitätsbereich der Professur Musikpädagogik im Jugendalter fällt das Projekt zur Entwicklung von (Selbst-)Lernumgebungen für das Schulfach Musik. Wie schon das oben erwähnte CLIL-Musik Projekt findet diese Entwicklung im Rahmen des ISEK Forschungsschwerpunktes  „Aufgabenkulturen“ (siehe auch Cslovjecsek, Noppeney & Imthurn, 2012) statt und greift die aktuelle Diskussion um Kompetenzorientierung, Aufgabenstellungen und Inhalte auf. In Kooperation mit Experten, Praktikern und Studierenden werden in einer «Design Based Research» Lernumgebungen konzipiert, evaluiert und weiterentwickelt. Zu den Partnern zählen das Institut Primarstufe und das Institut Vorschul- und Unterstufe, sowie die PH Schwyz. Ein erster Schritt ist die Entwicklung einer Lernumgebung zum Thema «Hören – Singen – Musizieren» (siehe S. 108 und folgende).

Ein weiteres beispielhaftes Projekt in diesem Zusammenhang ist der „Basischeck Stimme“ (siehe S. 111), ein Werkzeug für Musiklehrpersonen zur Eruierung der stimmlichen Verfassung von Schülerinnen und Schülern als Grundlage für ein individuelles Feedback und als Unterstützung bei der Unterrichtsvorbereitung. Die Zielstufe ist die Sekundarstufe I, wo sich die Sing- und Sprechstimmen stark verändern und entwickeln. Auch im Bereich Stimme und Singen angesiedelt ist das Projekt „Sprechstimme –Singstimme“ (siehe S. 111), eine Kooperation mit dem Institut für spezielle Pädagogik der PH FHNW, denn die Sprechstimme ist für Lehrpersonen von zentraler Bedeutung. Das Projekt nimmt die Stimme als ganzes ins Visier und hat zum Ziel, die Wichtigkeit des Themas und geeignete Methoden der Stärkung und Pflege der Stimme während der Ausbildung von Lehrpersonen aufzuzeigen.

Ein weiteres Projekt im Kontext des Schwerpunktes „Unterrichtsentwicklung, Lehr-Lernmittel und Lernumgebungen“ ist das Projekt „Musikhören im Unterricht der Sekundarstufen – theoriebasierte und erfahrungsgestützte Entwicklung von Zugängen und Methoden“. Dieses Projekt geht von der Erfahrung aus, dass gezieltes Musikhören im Unterricht einen vergleichsweise geringen Stellenwert einnimmt. Dafür gibt es verschiedene Gründe: eine traditionelle Fokussierung auf das Singen im Musikunterricht, die besonderen Herausforderungen, die mit dem aktiven Hören im Unterricht verbunden sind, eine ablehnende Haltung gegenüber „sperrigen“ Musikstücken als Gegenstand von Hörübungen, ein Mangel an Erfahrung mit geeigneten Zugängen und Methoden. Das Lehrentwicklungsprojekt will an diesem Punkt ansetzen. Ziel ist es, ein Lehrwerk mit musikdidaktischem Input und Reflexionen zum Thema „Musikhören im Unterricht der Sekundarstufen“ zu entwickeln, welches auch in Weiterbildungen eingesetzt werden kann.

Zu guter Letzt widmen wir uns mit einem Projekt zum Thema Schulraumakustik auch den konkreten Räumen, in welchen musikalisches Lernen stattfindet. Das MINT Schulraumakustik-Projekt (siehe S. 112) möchte Lehrpersonen, Schulleitung und -Behörden auf mangelhafte Schulraumakustik sensibilisieren und dazu bewegen, in akustische Verbesserungen der Schulräume zu investieren. Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler werden dabei selber zu Forscherinnen und Forschern in dem sie die akustische Qualität von Schulräumen messen und beurteilen. Weitere Unterrichtssequenzen zu den Themen Akustik, Physik und Umweltwahrnehmung stützen den MINT-Bezug. Vorgesehen ist die Erstellung eines Lehrmittels mit einer «akustischen Landkarte» der Schweiz, auf welcher Schulräume und ihre akustischen Eigenschaften von den teilnehmenden Klassen eingetragen werden können. Nach Möglichkeit werden akustische Massnahmen selber von den Klassen geplant, konzipiert im Werkunterricht umgesetzt. Zum Thema liegen bereits zwei studentische Arbeiten vor. Mögliche Partner sind die SUVA, die EMPA, Akustikfirmen, der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz sowie externe Universitäten und Fachhochschulen.