Pädagogische Hochschule

NISE - New Instruments for Sound Education

 

Neue Technologien wie Videotracking, Embedded Computing und Multitouch Interfaces sind mittlerweile weit verbreitet und werden in Kombination mit qualitativ hochstehender Klangsynthese und Audioverarbeitung unter anderem zur Gestaltung neuartiger Musikinstrumente eingesetzt. Dies verändert sowohl den musikalischen Instrumentbegriff als auch das Verständnis von musikalischer Praxis. Im Rahmen der interdisziplinären Initiative „New Instruments for Sound Education“ reflektieren wir diese neuen Möglichkeiten hinsichtlich ihrer klang- und musikpädagogischen Potentiale. Im Sinne der Designforschung werden Anwendungen gestaltet und evaluiert, die Kindern und Jugendlichen einen neuartigen, spielerischen und eigenverantwortlichen Zugang zu Klang bieten 

 

Die Aktivitäten von NISE konzentrieren sich auf vier Schwerpunktbereiche: Multitouch, Virtual & Augmented Soundscapes, Computational Music und Physical Sound Computing.

 

Multitouch

In diesem Bereich wurden bereits einige Prototypen und Produkte entwickelt, beispielsweise die Klanglupe soundOscope, welche das intuitive Aufzeichnen und Manipulieren von Klängen ermöglicht. Ein weiteres Beispiel ist der App-Prototyp „soundOsculpt“, welcher im Rahmen einer Bachelorarbeit von Studierenden der Hochschule für Technik entwickelt wurde und die Steuerung von Klangparametern über ein intuitives geometrisches Interface ermöglicht.

Eine weitere App-Eigenentwicklung, The Carnival of the Animals / Der Karneval der Tiere, konnte in Forschungsprojekten genutzt werden. Es handelt sich dabei um ein multimediales Bilderbuch zur gleichnamigen Musik von Camille Saint-Saëns, welches es ermöglicht, mit der Musik, der Sprache und den visuellen Elementen zu interagieren und sie individuell zu verbinden. Die App stellt damit auch eine Verbindung zur Thematik des fächerübergreifenden Unterrichts her. In einem internationalen Pilotprojekt wurde untersucht, wie Kinder zwischen zwei und acht Jahren mit der App interagieren, und welche Kreativ- und Lernprozesse dabei entstehen.

 

Virtual & Augmented Soundscapes

Ein Beispiel für ein Projekt in diesem Themenbereich  ist „Sonic Classroom“, welches ermöglicht, über körperliche Bewegungen Klänge zu steuern und so ein Schulzimmer in ein musikalisches Instrument zu verwandeln. Der Prototyp wurde ebenfalls im Rahmen einer Bachelorarbeit von Studierenden der Hochschule für Technik entwickelt.

 

Computational Music

Ein spannendes Feld sind die Möglichkeiten musikalischer Algorithmen und der Sonifikation. Das Projekt “Computational Music Thinking”, das im Rahmen der Strategischen Initiative EduNaT als Kooperation zwischen der PH und den Hochschulen für Technik und Gestaltung und Kunst FHNW durchgeführt wurde, verbindet Musik und Informatik. Computer und Programmierung sind interessante und vielseitige Werkzeuge, um Musik zu machen, die mit herkömmlichen Instrumenten unmöglich wäre. Andererseits ermöglichen Klang und Musik Programmieren auf neue, kreative Art zu erleben. Dieser Ansatz wurde mit Kindern und Jugendlichen im Rahmen von so genannten “Makeshops” praktiziert und untersucht. 

 

An das Thema Programmierung und Sonifikation angelehnt sind die Entwicklungsarbeiten für einen Simulator des mathematisch-musikalische Spiel „Ping-Pong“, der die bei der Aktivität entstehenden Zahlenmuster sonifiziert. Der "soundOmath" ist ein erster Prototyp, mit welchem  Zahlenreihen sonifiziert werden können.

 

Im Rahmen des Masterprojektes "Sonifikation des Kraularmzuges" von Gabriela Seibert wurden gemeinsam mit Musikern Sonifikationen gestaltet, welche intuitiv körperlich nachvollziehbar sind. Dabei wurde auf die Kraft der Musik für die intersubjektive körperlich-emotionale Kommunikation gesetzt.

 

 

Physical Sound Computing

Das Projekt „Sonic Playground“ ermöglicht neue klangliche Interaktionen und die Gestaltung von neuartigen spielerischen Klanginterfaces für Kinder und Jugendliche. Über einen partizipativen Forschungs- und Designprozess werden Gestaltungsstrategien für klangliche Erweiterungen von alltäglichen Umgebungen und Objekten entwickelt und erprobt, wobei interaktive Technologien eine zentrale Rolle einnehmen. Dadurch wird Kindern die Möglichkeit gegeben, die Klänge ihres Alltages bewusster wahrzunehmen und diese zu beeinflussen und zu gestalten. Dieses Projekt wird in Kooperation mit der Zürcher Hochschule der Künste durchgeführt.