Pädagogische Hochschule

Musikunterricht im interdisziplinären und fächerübergreifenden Dialog

 

Ein zentraler Schwerpunkt der Aktivitäten der Professur Musikpädagogik im Jugendalter ist der interdisziplinäre und fächerübergreifende Unterricht und die damit verbundenen Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten. Die interdisziplinäre Ausrichtung ist gerade für Studierende der Sekundarstufe I von besonderem Interesse. So können ihnen forschungsgestützte Zugänge zu Studium und Unterricht ihrer drei bis vier Fächer vermittelt werden. 

 

Ein zentrales Projekt in diesem Zusammenhang ist das Europäisch finanzierte „European Music Portfolio“ (EMP). Das erstes Projekt in diesem Kontext, EMP-Languages, konzentrierte sich auf die Verbindung von Musik und Sprachlernen.

Zusammen mit dem Folgeprojekt EMP-Maths, welches mit sieben europäischen Partnerinstitutionen entwickelt wurde, konnte ein umfassendes Weiterbildungsangebot zur Verbindung der Fächer Mathematik und Musik für europäische und schweizerische Lehrkräfte geschaffen werden.  Ausserdem wurde eine europäische Austauschplattform geschaffen, auf welcher Fachpersonen an der theoretischen Fundierung und praktischer Gestaltung des fächerübergreifenden Unterrichtens arbeiten können. 

 

Ein weiteres, exemplarisches Projekt der Professur in diesem Zusammenhang ist "CLIL-Music". Im Rahmen des ISEK Forschungsschwerpunktes «Aufgabenkulturen» setzt sich dieses Projekt die Entwicklung von CLIL-Musikmodulen zum Ziel, welche durch eine Fremdsprache das Lernen im Fach Musik fördern. 

 

Im Kontext des Themenbereiches Interdisziplinarität und fächerübergreifender Unterricht wird auch Entwicklungsarbeit im Bereich Lehr- und Lernmittel geleistet. Ein Beispiel hierfür ist das multisensorische Lehr-Lernmittel "creafon®" welches in Kooperation mit den Hochschulen für Technik und Gestaltung der FHNW weiterentwickelt wurde (Projekt "CreaEduTool"). Dabei handelt es sich um eine Sammlung von farbigen Plättchen die mit unterschiedlichen Rillenmustern versehen sind. Das Design der Plättchen ermöglicht einen haptischen, auditiven und visuellen Zugang zu unterschiedlichen Lehr- und Lernaktivitäten.

 

Eine wichtige Rolle in der Entwicklung und Dissemination von Unterrichtsaktivitäten, aber auch in Bezug auf den Fachdiskurs und die Theoriebildung, nimmt die Plattform "Music&Life", respektive "Musik & Mensch", eine Kooperation der Professur Musikpädagogik der PH FHNW und der PH Niederösterreich, ein. Ihr Ziel ist es, vielfältige Formen eines integrativen Denkens und Handels in Verbindung mit Musik zu entwickeln und zu erforschen. Auf dieser Dialogplattform werden die Referate, Gespräche und Konzerte der gleichnamigen Konzert- und Kolloquiumsreihe dokumentiert und für die Verwendung im Unterricht aufbereitet und integrative Zugänge diskutiert, erprobt und weiterentwickelt. 

 

Um die Interdisziplinarität und das transversale Lernen zu fördern ist die Professur Musikpädagogik in zwei internationalen Körperschaften aktiv. Zum Einen fungiert sie als Koordinatorin der Special Interest Group «PRIME»  der International Society for Music Education ISME. Als Leiterin dieser SIG widmet sich die Professur der Pflege des SIG PRIME Netzwerkes, welches aktuell circa 180 Forscher und Praktiker aus aller Welt umfasst und koordiniert die entsprechenden Aktivitäten an Tagungen auf nationaler und internationaler Eben und im Rahmen von Publikationen und Projekten mit inhaltlichem Bezug zu PRIME. 

Zum Anderen leiten wir gemeinsam mit Partnern aus Finnland und Österreich die Cloud 9 der European Association for Practitioner Research on Improving Learning (EAPRIL). Diese Interessensgruppe trägt den Titel Sounds & Arts in Transversal Learning und hat das Ziel, transversales Lernen insbesondere im Hinblick auf Interaktionen zwischen Musik und künstlerisch-gestalterische Disziplinen zu fördern. Hauptthemen sind dabei die Rolle der sinnlichen Erfahrung im Lernen, Klang als Möglichkeit, unsere Umwelt zu verstehen und mitzugestalten, pädagogische Innovationen im Hinblick auf ästhetisches Erleben und künstlerischen Ausdruck und die Entwicklung und Anwendung von Forschungsmethoden, die insbesondere im Kontext der ästhetischen Erfahrung in Lernprozessen geeignet sind.