Pädagogische Hochschule

«Son Icons - Visual Music» - Bericht zur Musik und Mensch Performance vom Do 26.Januar in Basel

Das Verhältnis von Bild und Ton ist äusserst vielfältig und wird in vielen Kunstformen immer wieder thematisiert. In der Musik nimmt das Visuelle, neben dem Filmbild, dem Musikvideo oder den Visuals an der Technoparty, natürlich im Bereich der Notation eine zentrale Rolle ein.

 

Einen ganz eigenen Zugang zur visuellen Notation von Klängen zeigte sich in der Performance der international tätigen Performerin und Komponistin Charlotte Hug. Ihr Markenzeichen sind die „Son-Icons“, auf langen Papierbahnen angebrachte Zeichnungen,  die zwischen der zeichenhaften Repräsentation von Klang und Musik und dem Zeichnen als performativer Akt oszillieren. Die Son-Icons entstehen einerseits aus klanglichen Eindrücken und klanglich motivierten Bewegungen, andererseits repräsentieren sie Klänge als musikalische Partitur und treten mit ihnen in einen audiovisuellen Dialog.

 

Hug, welche sich selber als „Extremmusikerin“ bezeichnet, lotet in ihrer Arbeit immer wieder die scheinbar etablierten Grenzen der künstlerischen Bereiche und Disziplinen aus. In ihrer Perfomance verschmolzen ihre Stimme und der Klang ihrer Bratsche, Körper und Instrument der Künstlerin formten sozusagen einen musikalischen Cyborg. Aus dieser Verbindung entwickelte sich eine unglaubliche Vielfalt an Klängen, von abstrakten Schraffuren, kantigen Formen und weichen Bewegungen bis zu plötzlich auftauchenden Rhythmen und Harmonien. Dazwischen schwebten die Son-Icons, als eingefrorene Prozesse und vielschichtige Klanggeschichten.

 

Im anschliessenden Vortrag ermöglichte Charlotte Hug dem Publikum interessante Einblicke in den Entstehungsprozess von Son-Icons. Es war faszinierend zu sehen, wie vielfältig die Umsetzungsmöglichkeiten dieses eigentlich einfachen Grundprinzips ist. Hug inszeniert ihre Son-Icons in unterschiedlichsten Räumen, von einfachen Ausstellungsräumen bis zu Kirchen und Konzertsälen und arbeitet nicht nur alleine sondern auch in Kooperationen mit anderen Künstlern. Die Son-Icons können dabei sogar als Partituren für ganze Orchester Verwendung finden, oder als Inspiration und Bühne für Tanzperformances. Und abschliessend zeigte Hug eindrücklich, wie Son-Icons auch Kinder und Jugendliche zu eigenen musikalisch-künstlerischen Schöpfungen motivieren und inspirieren können und wie dabei ein hoher künstlerischer Anspruch mit praxisnaher und zugänglicher musikalischer Bildung verbunden werden kann.

 

Daniel Hug, ISEK

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