Pädagogische Hochschule

Bachelor Hauptstudium SEK I

Fachwissenschaft

FW1.5 - Singen und Stimmbildung 

Die menschliche Stimme ist das wichtigste Kommunikationsmittel des Menschen. Singen und Sprechen sind gerade im Musikunterricht von zentraler Bedeutung. Das Ziel dieses Moduls ist die Entwicklung und Schulung der Sing- und Sprechstimme: vertieftes Wissen zu den Stimmfunktionen und gezieltes Training führen zu einem professionellen Umgang mit der Stimme und zu Vertrauen auf die erarbeiteten Fähigkeiten.

Das Modul ermöglicht über vier Semester einen kontinuierlichen und nachhaltigen Seminar Aufbau der individuellen Stimmfertigkeiten, zu welchem auch der Aufbau von

analytischem Hören, Fähigkeiten der Stimmdiagnose und der Aufbau eines Trainingsrepertoires gehört. Ein zu bildendes berufsfeldbezogenes Repertoire ist dabei Ziel und sogleich Plattform für die fachliche Auseinandersetzung.

FW1.6 - Schulpraktisches Instrumentalspiel (Klavier, Gitarre oder Akkordeon) 

Das schulpraktische Instrumentalspiel ist integraler Bestandteil des Schulfaches Musik. Es ist ausgerichtet auf das Begleiten und Erlernen von Songs/Stücken in verschiedenen Stilrichtungen auf einem Akkordinstrument (entweder Akkordeon, Gitarre oder Klavier) und steht im direkten Zusammenhang mit der Schulpraxis. Die Studierenden entwickeln und realisieren ein individuelles Repertoire an Liedern und Arrangements für den Schulgebrauch.

FW1.7 - Musik produzieren

Das kreative musikalische Gestalten steht im Zentrum dieses Seminars. Es werden verschiedene schultaugliche Formen des Komponierens, Improvisierens und Transformierens und aktuelle Produktionstechniken im Musikbereich beispielhaft erprobt. Ziel des Seminars ist es, vielfältige Formen kreativen Gestaltens mit Schulklassen und Schülergruppen anleiten und zielführend einsetzen zu können. Dabei dienen Computer und Tablets ebenso als Hilfsmittel wie Alltagsgegenstände, Stimme und Instrumente. Einfache Recording- und Mixtechniken werden erlernt und angewendet.

FW1.8 - Musik reproduzieren

Ein zentraler Teil des Musikunterrichts ist handlungs- und produktionsorientiert und basiert traditionell auf dem reproduzieren von Liedern, Arrangements
und Choreographien. Die heterogenen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler der Zielstufe sind sowohl fachlich als auch pädagogisch Herausforderung und zugleich Chance.

In dieser Lehrveranstaltung werden die Fähigkeiten und Methoden zum Adaptieren und Arrangieren von Musik und Bewegung vertieft. An konkreten Beispielen werden mit unterschiedlichen Strategien und Techniken die spezifischen Anforderungen sowohl vereinfacht als auch erhöht. Das entstehende Material wird immer auch praktisch erprobt. Dabei wird insbesondere darauf geachtet, dass die unterschiedlichen musikalisch-praktischen Fertigkeiten in der Arbeit mit Schülergruppen, Schulklassen oder in Schulhausprojekten produktiv und verbindend eingesetzt werden können.

Fachdidaktik

FD1.3 - Werkstatt Praxisforschung

Ziel des Modules ist, Forschung aus und für die Praxis als wichtiges Hilfsmittel für (selbst)verantwortlich agierende Lehrpersonen zu verstehen und erfahrbar zu machen. Dabei verstehen sich die Studierenden als "forschende Gemeinschaft", die in einem offenen und dennoch systematischen Werkstattsetting Fragestellungen entwickeln und bearbeiten. Der Praxisbezug entsteht dabei durch die Bearbeitung von fachdidaktischen Themenfeldern und Fragestellungen, die im Umfeld der Lehre und Forschung der Professur entstehen. Ebenso sind die Studierenden forschende «AgentInnen» in den von ihnen belegten Modulen und entwickeln im Austausch mit den jeweiligen Dozierenden weitere Fragestellungen. Dazu finden bereits in den Grundlagenmodulen FW1.1-1.4 und FD1.1-1.2 Inputs statt. Die Studierenden nehmen dabei Bezug auf fachdidaktische Positionen und entsprechende Autoren, und positionieren sich im Rahmen der Arbeit entsprechend. Dadurch wird eine Vielfalt von fachdidaktischen Zugängen und «Philosophien», immer in Verbindung mit ihrer Umsetzung in der Praxis, sichtbar und zur Diskussion gestellt.

Auf dieser Grundlage arbeiten die Studierenden im gegenseitigen Austausch geeignete Methoden aus und formulieren einen Projektentwurf, welcher als Pilotversuch durchgeführt wird. Dies dient als Grundlage für die Planung und Durchführung eines eigenständigen Praxisforschungsprojektes, welches im Rahmen der iAl FD umgesetzt, präsentiert und verteidigt wird.

FD1.4 - Musikunterricht planen und realisieren - Unterrichtsgestaltung in Theorie und Praxis

Musikunterricht planen und steuern zählt zum Kerngeschäft einer Musiklehrperson. Welche Planungsdimensionen gilt es zu berücksichtigen? Welche Planungsinstrumente sind hilfreich? Wie kann ich die Interessen und Bedürfnisse einer heterogenen Lerngruppe sinnvoll einbeziehen? Wie gelingt mir ein roter Faden innerhalb einer Jahresplanung? 

Vom ausführlichen Unterrichtsentwurf, bei dem alle Planungsentscheide begründet erörtert werden, über alltagstaugliche Planungsskizzen bis zum planvoll improvisierten Unterrichten: die Studierenden wenden bei der Konkretisierung ihrer Umsetzungsideen zum Lehrplan vielfältige Modelle der Unterrichtsplanung und -durchführung an und analysieren diese rückblickend.

FD1.5 - Fördern und Beurteilen – Lernprozesse im Fach Musik kompetent begleiten 

Musiklehrerinnen und -lehrer empfinden es häufig als einen Spagat, einerseits Noten im Fach Musik geben zu müssen und andererseits ihre Schülerinnen und Schüler individuell ohne Leistungsdruck zu fördern. Um musikalische Fertigkeiten zu fördern und Leistung einzufordern, muss es gelingen, die Heterogenität einer Lerngruppe adäquat zu adressieren. Anhand von vielfältigen praktischen Beispielen und Übungen aus allen musikalischen Kompetenzbereichen, sowie fundiertem Hintergrundwissen bekommen die Studierenden Mittel an die Hand, musikbezogene, kreative Prozesse zu fördern und musikalische Leistungen und Produkte fachlich reflektiert zu bewerten. 

FD1.6 - Lernumgebungen im Musikunterricht – Interdisziplinäre Themen und Lernaufgaben im kooperativen und selbstgesteuerten Unterricht 

Schülergruppen im Fach Musik sind heterogen. Einzelne Schüler erhalten privaten Instrumentalunterricht, andere nehmen Ballettstunden, wieder andere sammeln erste Erfahrungen als DJ. Schliesslich gibt es Jugendliche, die sich für Musik überhaupt nicht zu interessieren scheinen, aber in Physik glänzen. Wie lässt sich da sinnvoller Musikunterricht machen, der alle Schüler ihrem Niveau entsprechend fordert und fördert?

Lernumgebungen verbinden musikalische Inhalte, musikpädagogische Konzeptionen, infrastrukturelle Vorgaben und Sozialformen zu einer sich gegenseitig beeinflussenden Einheit. In dieser Lehrveranstaltung werden Lernumgebungen mit innovativen musikpädagogischen und interdisziplinären Ideen vorgestellt, diskutiert und entwickelt. Die Studierenden lernen Aufgaben für den Musikunterricht zu konzipieren, welche die Heterogenität adäquat adressieren und so schulisches Lernen möglich machen. Sie werden mit der Idee vertraut gemacht, dass Schülerinnen und Schüler ihre musikalischen Kompetenzen in geeigneten Themen und Problemstellungen autonom, kompetent und kooperativ entwickeln können und wie eine solche Kultur im Musikunterricht aufgebaut werden kann.